31.07.2015 – Neusiedl away

Es gibt so Spiele bei denen steigt die Vorfreude bereits am Wochenanfang an. Neben jenen Wichtigen und Gutbesuchten, wie dem Dörby gegen den Wiener Sportklub, sind es vor allem die ersten Auftritte unserer Mannschaft nach den Spielpausen die unsere Herzen höher schlagen lassen. Daran ändert auch eine relativ kurze Spielpause und das Cupspiel vor zwei Wochen nichts.

Das erste Spiel in dieser Saison führte uns ins Burgenland zum SC Neusiedl. Wie zu erwarten war, war der Bus schon bald restlos ausverkauft, also mussten noch einige von uns per Zug oder Auto anreisen.

Auf der Hohen Warte angekommen konnte man die Vorfreude unter den Fahrer_innen schon spüren. Begleitet vom üblichen Trashtalk wurden bereits vor der Abfahrt die ersten Dosen geleert und die Krautrouladen gepickt. Dann hieß es, die Sachen im Bus zu verstauen und noch schnell die letzte Tschick auszurauchen, um dann im Bus die Reise in Richtung Awaywonderland anzutreten. Auf die Autobahn aufgefahren gabs zunächst einen kleinen Dämpfer – Stau, soweit das Auge reicht nur Stau. Aber irgendwann verging auch der und die gute Laune steigerte sich gemeinsam mit der Altdosensammlung.

Show-Einlage mit den Tätigkeiten unseres Fandachverbandes

Mit einer kurzen News-Einlage zu den Machenschaften unseres Fan-Dachverbandes, kurz „der Supporters“, wurde die Zeit aber auch produktiv genutzt.

Zusammengefasst waren dies in letzter Zeit:

1. Bei der Refugees Welcome Spendenaktion wurden rund 700,- gespendet. Sportartikel wurden gekauft und werden die Tage unter anderem nach Traiskirchen und in das Georg Danzer Haus gebracht.

2. Mit Hilfe des Fanbeirats hat man es erreich, dass die Vienna zukünftig den Auwaybus finanziell unterstützen wird, was günstigere Awayfahrten für alle bedeutet.

3. Bei dem, auf der Howa stattfindenden, Street Food Cinema haben Supportersmitglieder freien Eintritt.

4. Busrunde

Ohne Rauchpause an den See

Aufgrund der verlorenen Zeit entschied der Busfahrer die Rauchpause sein zu lassen und bretterte uns direkt aus dem Stau zum Stadion. Komischerweise ging dabei die Klotür irgendwie zu Bruch, aber keine Sorge, ein kompetentes Team vom Döblinger Klotürspezialisten brachte alles wieder in Ordnung.

Zum Glück hatte der Busfahrer die Situation richtig eingeschätzt sodass wir ganz knapp, eine Stunde vor Spielbeginn, in Neusiedl vor dem Stadion ankamen. In der kurzen Zeit wurde ein Gruppenfoto gemacht und sich auf das Spiel eingestimmt.

Wie immer war der Empfang in Neusiedl super, entspannte Einlasssituation sowie guter Wein und eine ganz coole Tribüne machen Neusiedl immer wieder zu einer angenehmen Auswärtsfahrt.

Das Problem des Funkens, überzuspringen

Transpis und Fahnen an Ort und Stelle gebracht, dann konnte es auch schon losgehen.

Unter den insgesamt 800 Menschen im Stadion war ein gut gefüllter und motivierter Vienna-Block. Die Stimmung war in der ersten Halbzeit fantastisch. Nahezu die ganze Zeit wurde in anständiger Lautstärke die Mannschaft angepeitscht. Die Mannschaft spielte auch nicht schlecht, doch scheinbar konnte der Funke in dieser Halbzeit nicht zur Gänze von der Tribüne aufs Feld überspringen.

Dadurch, dass sich einige in der Halbzeitpause auf dem Hügel neben der Tribüne mit ihren Krautrouladen beschäftigten und dem doch schon eher hohen Delirium-Pegel der meisten Anwesenden war zu beginn der zweiten Halbzeit die Stimmung etwas leiser und unruhiger. Wir standen nicht mehr so kompakt und grüßten deshalb das eine oder andere Mal die Disharmonie. Aber in gewohnt chaotischer Viennamanier ging es weiter und alles pendelte sich im Laufe der zweiten Halbzeit wieder ein.

Die Befreiung in Minute 85

Gerade rechtzeitig verhalfen uns Pantić, Kostić und Bozkurt zum 0:1. Die Folge war ein Torjubel wie wir ihn schon lange nicht mehr hatten. Das befreiende Gefühl in der Fünfundachtzigsten in Führung zu gehen ist einfach das aller Größte! In der Euphorie wurden Bierspenden getätigt, Umarmungen verteilt und Flutlichtmasten bestiegen! That`s Vienna!

Der Sieg wurde dann ausgiebig bei der Afterparty in Neusiedl gefeiert. Wie auch das letzte Mal schon haben die Neusiedler extra eine Band angeheuert! Wir haben es uns nicht nehmen lassen und auch einen Beitrag zur Party geliefert. Niemand geringerer als der berühmte Döblinger Acid-Ziehharmonikaspieler und virtuose Sänger Quetschinger unterstütze spontan und ungefragt die Band.

Irgendwann ging es dann zurück in den Bus und irgendwann kamen wir auch wieder auf der Howa an. Dazwischen und danach passierte sicher auch noch einiges – nur weil mir hier die Erinnerung fehlt heißt es aber nicht, dass es nicht auch erwähnenswert gewesen sein könnte!

Fazit: eine geile Auswärtsfahrt und ein noch geilerer Saisonauftakt. Erste Liga wir kommen!

Bilder aus Neusiedl gibt es unter Fotos.