10 Jahre Vienna Wanderers

Im fernen Jahr 2008 kamen ein paar Lauchs aus dem hauptsächlich studentischen Milieu auf die Idee, einen Fanclub auf der Hohen Warte zu gründen – die „Wanderers 08“ waren geboren. Vieles hat sich seither geändert – so manchen hat sogar der Bierbauch ereilt. Doch im Jahr 2018 stehen wir da und blicken gemeinsam und stolz auf ein erfolgreiches Jahrzehnt zurück.

Waren wir zu Beginn ein bunter Haufen, der sich zum Fußball und zum Feiern traf, war im Laufe der Jahre ein noch bunterer Haufen aus uns geworden, der sich zum Fußball und zum noch härteren Feiern traf. Dazwischen hatten wir die Fähigkeit erlangt, Unglaubliches auch abseits des Platzes auf die Beine zu stellen. Unendlich viele Auswärtsfahrten quer durch Österreich, Kontakte quer über den Kontinent und das harte, triste Brot, das man als Vienna-Fan oft fressen muss, veränderten auch uns als Gruppe. Nie war Fußball für uns bloß ein Spiel von 22 Spielern und 90 Minuten. Wir als ZuseherInnen sind Teil der Geschichte, die unten am Platz von den blaugelben Göttern und Göttinnen erzählt wird, und wir wollten nicht bloß dankbare KundInnen des „Produkts Fußball“ sein. Unsere legendär gewordenen Choreos und Partys, Spendenaktionen und Arbeitseinsätze in und rund ums Stadion, die zum Teil gegen Widerstände von allen Seiten durchgeboxt werden mussten, und das neue Leben, das wir der Fanszene einhauchten, wird noch lange wirken. Immer da zu sein, sich zu organisieren und gemeinsam aufzutreten, bedeutete auch Teilhabe einzufordern und als größte organisierte Gruppe Verantwortung zu übernehmen. Natürlich hat in diesem Zusammenhang auch Politik einen fixen Platz im Stadion. Anders lässt sich die Hohe Warte nicht als ein Ort erhalten, an dem Diskriminierung keinen Platz hat und an dem sich jede und jeder, unabhängig vom Geld am Konto, der Herkunft, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung wohlfühlen kann.

Und nun für alle, die sich das aufgeblasene Gelaber bis hierher gegeben haben, etwas Klartext: Wie leiwand ist es, dass wir seit zehn Jahren eine Zerlegung nach der anderen abliefern? Mit Herz und Hirn und Schweiß und Tränen, haben es die „scheiß Wanderers“, die Hauptverdächtigen, die Zecken, die Affen, tatsächlich geschafft, ein ganzes Jahrzehnt lang nicht kollektiv in der Entzugsklinik zu landen. Laut und bunt, alles abfackeln und in Rauch hüllen. Bier, Borghetti, Gras, Jägermeister und Spritzer fließen in unseren Adern. Denn es gibt kein Morgen! Danke auch an alle FreundInnen und GenossInnen – ob aus Grenoble, Innsbruck, Meran, Trenčín oder Xiberg – die stets dabei geholfen haben, dass dem so bleibt.

„Vienna Wanderers immer da“ – Auf weitere zehn Jahre!