DEM FUßBALL SEINE FANS, DEN FANS IHRE FREIHEIT

In Österreich ist es wohl Trend, sich die Rechtsnorm so zu schaffen, wie man sie gerade benötigt. Dies geschieht vor allem, indem alte Gesetze und Paragraphen aus ihrer Asche gehoben werden und ihnen in perverser Art und Weise eine neue Gewichtung zugetragen wird. So schaffte man es wieder gekonnt, eine Gesetzgebung hervorzuheben, welche nur einem Sinn dient: der Kriminalisierung unliebsam gewonnener Bürger. Unliebsam mag im juristischen Kontext wenig bedeutend sein, doch genau der §274 stützt diese nichtssagende Auslegung, indem er der Staatsmacht erlaubt, Sündenböcke abzustrafen und sie kollektiv hinter Gitter zu bringen.

Jene Rechtsnorm kriminalisiert das Individuum über den Umweg kollektiver Repression. Taten einer Person können zu Taten einer Gruppe definiert werden und somit auch jene Personen treffen, die diese Taten nicht begangen haben. Zumal die Zugehörigkeit zu einer Gruppe nicht von der Gruppe oder dem Individuum festgelegt wird sondern von einer außenstehenden Partei (in diesem Fall der Exekutive). Die Geschehnisse der letzten Monate (trauriger weise eigentlich der letzten Jahre) zeigen uns ein deutliches Muster, welches System zu scheinen hat. Überhärtete Maßnahmen und Einsätze können damit gerechtfertigt werden, ohne auf Details eingehen zu müssen. So reicht die bloße Anwesenheit aus, um zum Handkuss zu kommen. Wer sich nicht schnell und deutlich genug entfernt, kann bestraft werden. Wie man sich auf engstem Raum im Polizeikessel von der Eskalation entfernen soll, zu der nicht selten ebendiese beiträgt, kann wohl auch der Gesetzgeber nicht erklären.

Eigene Handlungsmuster werden somit kaschiert und vice versa Täter gefunden, welche nicht einmal Täter sein müssen. Das Verhalten der Staatsmacht fällt in typisch österreichischer Verdrängungsmanier natürlich wieder unter den Tisch und vereinfacht somit die Sachlage drastisch. Ein System, dass die Judikative negativ reformiert und die subjektive Kriminalisierung forciert. Eine Forcierung, die nur allzu schnell auf weitere gesellschaftliche Bereiche übergreift und xenophobe Auswüchse unterstützt. Betroffen sind nur Einige, gemeint sind wir ALLE!

Mit unserer initiierten T-Shirt Aktion solidarisieren wir uns mit allen Betroffenen und kritisieren vehement den Status quo! Mit dem Kauf dieses T-Shirts spendest du pro Stück 3€ an eine Rechtshilfe! Zeig auch du deine Solidarität und trage das Shirt!

Für mehr Infos kontaktiere uns via viennawanderers08@yahoo.de oder schreibe uns eine PN!

DEM FUßBALL SEINE FANS, DEN FANS IHRE FREIHEIT – SMASH § 274

smash shirts

O‘zipfat is!

Seit 9.10. wissen wir, dass beim kommenden Heimspiel die Afterparty unter dem Motto Oktoberfest steht. Soweit so schlecht.
Ob man Befürworter oder Gegner solcher vom Verein organisierten Partys ist, sowie alle Für- und Gegenargumente lassen wir mal aus dem Blickfeld, worum es jetzt geht ist der Zusatz „Oktoberfest“ zur Afterparty
„Wir möchten uns an dieser Stelle positionieren und klar stellen, dass wir das gewählte Thema nicht gut heißen. Auf bayrisch gesagt: „mia finden es is a Krampf.“

Die Argumente für eine solche Party sind so gut verständlich wie sie auch zu kurz gegriffen sind. – Ja, wir wissen die Vienna braucht jeden Cent und ja, wir wissen auch das Engagement zu schätzen und ja, das hier ist auch nicht so gemeint, als ob wir immer alles besser wissen (wie es einzelne nicht kritikresistente Funktionäre im Verein immer wieder gern auffassen).
Wir finden, dass es eine Menge an anderen Mottos für eine solche Party gäbe die wesentlich besser zur unserer Vienna passen würden.

Wir sehen keinen Sinn dahinter, einen Abklatsch eines Abklatsches auf dem Gelände unseres geliebten Vereins zu veranstalten, egal wie viel Profit dabei rausspringen würde (und ob wir an diesem Abend durch eine solche Aktion mehr Personen auf die Howa locken bleibt zweifelhaft).

Aber was steckt eigentlich hinter dieser Faszination Oktoberfest? Oft hört man in diesem Zusammenhang das Wort Tradition. In München macht dieses Wort historisch gesehen auch Sinn, seit zweihundertvier Jahren feiern die Münchner dieses Fest. Wie viele traditionsbewusste Lederhosenträger hätten das gewusst? (ok. ich gebs zu ohne Wikipedia hätte ich auch keine Ahnung, aber ich hab auch keine Oktoberfestpanier)
Seit wann feiern die Wiener dieses Fest?
Wie heißt es so schön: „Wenn die Welt untergeht, dann zieh nach Wien, denn dort passiert alles zwanzig Jahre später.“ – Im Fall der Wiesen kam der Untergang glücklicherweise noch später (bezogen auf die Wiener Wiesn).

Bleiben wir doch noch kurz beim Begriff der Tradition. Wer die Münchner Wiesn kennt, weiß das die dicken alten traditionalistischen Trachtenträger sich nur ungern unter den gemeinen Oktoberfestpöbel mischen. Ja, wer die Wiesen „wie früher“ feiern möchte, darf sich hierfür in einen separaten Bereich des Festes begeben. Selbst die Traditionalisten vom Trachtenverband wollen diese ganze Oktoberfestscheiße nicht so wirklich.

Die Tatsache, dass die Kostümierung des gemeinen Zeltsäufers kaum mehr etwas mit traditionellen Trachten zu tun hat, sondern das realisierte Ideal nationalsozialistischer Träume von einer „lässigen“ Volkskluft darstellt, macht die Sache für uns nur wenig besser.

Nicht dass wir die richtigen Trachten besser finden, ehrlich gesagt finden wir so ziemlich beides scheiße, aber wenigstens kann man auf diese Weisen den Neotrachtenträger das Wort Tradition wegnehmen. Was bleibt dann überbleibt ist eine Versammlung an verkleideten Leuten die sich besaufen, dazu Gabalier und co. abfeiern und sich endlich mal öffentlich zu ihrem Stolz Österreicher zu sein (oder Bayer, je nach Ort) bekennen dürfen.

Ach ja: „Es sind ja nicht nur Inländer bei solchen Festen anzutreffen“ höre ich die Leute schon sagen. Ja klar, solche Veranstaltungen ziehen außerdem massenhaft Touristen und vereinzelt gar Leute mit Migrationshintergrund an. Aber so richtig dabei haben möchte man die eben nicht – außer sie verhalten sich richtig und feiern so wie es gewünscht ist; oder hast du schon mal einen Türken in türkischer Tracht ein türkisches Volkslied singen gehört? „So lang sie sich anpassen sans eh ok“ – typisch rechtspopulistische Integrationspolitik im Festzelt…

Ob gewollt oder nicht, solche Veranstaltungen ziehen eigentlich immer ein rechtsoffenes Publikum an. Noch dazu dienen sie den Leuten sich in ihrer patriotischen Weltanschauung besser zu fühlen (dreht und wendet es wie ein ihr wollt, Nationalismus und „Party“-Patriotismus findet man beim Fußball anderswo zur genüge)

Wie dem auch sei: wir finden nicht, dass solche Veranstaltungen zum Image unseres Vereins/unserer Fanszene passen und werden uns lieber ein lauwarmes Dosenbier im Karl Marx Hof gönnen, als bei so einem Zirkus mit zu machen.

We love the Sportklub not

Es gibt das „Wiener Derby“ und es gibt das Spiel „Vienna gegen den Sportklub“. Und eigentlich ist das ja auch ein Derby, aber irgendwie ist der Name schon von den zwei großen Vereinen der Hauptstadt belegt. Lange Zeit wurde also das, was Freitag auf der Hohen Warte stattfinden soll, einfach als „kleines Wiener Derby“ bezeichnet. Der drittbeste Verein Wiens gegen den Sportklub, das war eben das kleine Derby. Und wir waren alle glücklich.

Wiener Wurschtklub

„Dörbi of Love“

Im fernen Jahr 2007 wurde ein Fanzine zum Derby herausgegeben – sein Titel lautete „Dörbi of Love“. Schönes Ding war das, auch irgendwie witzig. Dass in Bälde alle Sportredakteure des Landes mangels besseren Wissens und eigener Phantasie auf diese Phrase zurückgreifen würden, hätten die Macher dieses Druckwerks damals wohl nicht gedacht. Wir auch nicht. Und doch stehen wir jetzt vor den medialen Trümmern unseres Verhältnisses zum Sportklub. Aus respektvollem Umgang in Verbindung mit „gesunder Rivalität“ wurde… „Liebe“.

Gewissermaßen haben uns dieses Ei jene Menschen aus unserem großen, bunten Fanblock gelegt, die in früheren Zeiten sehr enge Bande zu den Dornbachern knüpften. Man kannte sich vom Feiern und sonstigen gemeinsamen Vorlieben in Sachen Freizeitgestaltung. Das war vor 10 Jahren. In der sehr heterogenen Gruppe namens „Viennafans“ mag es vielen, vielleicht den meisten, anders gehen, aber von den Menschen in meiner näheren Tribünenumgebung, gemeint sind die Wanderers, kann das niemand von sich behaupten. Persönlich sind mir vielleicht zwei Sportklub-Fans bekannt. Wirklich befreundet bin ich mit keinem. Und auch wenn wir alle gerne ins „Flag“ trinken gehen – betrunkener Sex ist nicht gleich Liebe.

Ich hass dich nicht, du liebst mich nicht

Grundsätzlich ist etwas nicht ‚gleich Liebe‘, nur weil es zufälligerweise nicht „Hass“ heißt. Intelligente menschliche Wesen, die sich selbst nicht über alle Maßen ernst nehmen, die zur Ironie fähig sind, die lieben sich nicht automatisch. Die Verfrachtung der verbalen Auseinandersetzung mit dem bestenfalls viertbesten Verein aus Wien auf eine Ebene, auf der niemandem ein Zacken aus der eitlen Krone bricht, wenn er einen Witz oder eine Schmähung auf seine Kosten einstecken muss, das ist keine Liebe.

Dass Außenstehende beide Lager gerne zur „linken Fanszene“ in Österreich zählen, ist für das alles nicht der Hauptgrund. Wer liebt schon jeden, der im weitesten Sinne die selben politischen Ansichten teilt? Klar, wir nennen uns nicht gegenseitig „Hurensöhne“, auch nicht „Zigeuner“ oder „Juden“, und ob das Gegenüber lieber mit Mädchen oder Buben Sex hat, das interessiert uns eigentlich nicht – aber der Witz ist ja: Selbst wenn die Unaussprechlichen aus dem 17. Bezirk das täten: Sexarbeit (vulgo „Prostitution“) ist ein Job, Underdogs sind cool und „Du bist schwul!“ wird nie eine Beleidigung sein. (mond)

Aktionen und vieles Mehr

Lange haben wir nicht über unsere Aktionen berichtet, jedoch hat sich in der Hinrunde einiges getan. Wir haben uns heuer erneut an der europäischen Aktionswoche gegen Rassimus beteiligt, haben durch aufwändige Choreos die Liebe und Zuneigung zu unserem Verein gezeigt und haben durch verschiedene Elemente die Fankurve bunter gemacht. All dies in Worte zu fassen würde nur Langweilen. Jedoch lohnt sich ein Blick auf das Update in der Foto- sowie Streetart-Rubrik.

COME ON VIENNA!

der Dachverband ruft

Die Ereignisse um unseren Verein überschlagen sich tag täglich und immer düstere Geschichten kommen ans Tageslicht. Einige Entwicklungen können wir eigentlich gar nicht glauben und stoßen auch uns als Gruppe auf. Jedoch dürfen wir nicht nur schwarz malen. Abseits der Vereinsstrukturen tut sich einiges, vor allem auf in der Fanszene. Seit geraumer Zeit treffen sich vereinzelte Fans aus verschiedenen Fangruppen, Freundeskreisen und Zusammenschlüssen um der Fanszene ein neues Gesicht zu verpassen und sich zu einem Fandachverband zusammen zuschließen. Wir begrüßen die neue Initiative um die Vereinsgründung der First Vienna Football Club 1894 Supporters und werden natürlich ohne zu Zögern an diesem Dachverband aktiv teilnehmen und ihn mit allen möglichen Mitteln und Kräftene unterstützen. Natürlich wird es uns nach wie vor im und um das Stadion geben und werden auch weiterhin mit unseren Aktionen weitermachen. Jedoch liegt es an der Zeit, Kräfte umzustrukturieren und werden somit auch einen aktiven Teil im Fandachverband einnehmen. Solche Initiativen gehören unterstützt und müssen von allen Seiten getragen werden.

Hiermit nutzen wir auch die Zeilen, um euch das erste Rundschreiben der Supporters mitzuteilen:

„Liebe Vienna Supporters,
es tut sich einiges abseits des Feldes und das sind im Gegensatz zu unseren Verein durchwegs positive Nachrichten.

Bereits zum dritten Mal trafen sich am 28.01.2014 vereinzelte Fans des First Vienna Football Club 1894 um gemeinsam einen Fandachverband auf die Beine zu stellen. Die Gründe sind vielfältig, Wünsche und Anregungen wurden getätigt. Kurz gefasst, geht es den Fans darum, die Fanszene für eventuelle schlechte Zeiten zu vernetzen, enger zu schweißen und den Verein unter die Arme zu greifen. Dies ist allerdings nur durch einen gemeinsamen eingetragenen Verein möglich und dies ist nun auch geschehen.

Am 10.02.2014 wurde der Weg zur Vereinspolizei getätigt und die gemeinsam ausgearbeiteten Statuten eingereicht. Jetzt heißt es allerdings bis zu vier Wochen Wartezeit, damit wir von der Vereinsbehörde ein Feedback bekommen. Der Verein wurde unter dem Namen „First Vienna Football Club 1894 Supporters“ angemeldet. Interessant ist hierbei natürlich der Vereinszweck.

Dazu wurde die PR Maschinerie geölt und eine eigene Mail-Adresse (fvfc1894supporters@outlook.at) angelegt. In Zukunft erfahrt ihr alle nötigen Informationen via diesen Mail-Accounts. Habt ihr noch Fragen, Anregungen, Wünsche etc. schreibt in Zukunft bitte nur mehr an diese E-Mail. In naher Zukunft wird es auch einen Facebook Auftritt geben sowie einen eigenen Blog. Hierbei bitten wir aber um etwas Geduld. Auch hier die Anforderung zur Mitarbeit und zur Kontaktaufnahme mit dem Dachverband! Bitte leitet die Mail an etwaige Interessent_innen weiter, damit wir soviele Leute wie möglich erreichen!

Pünktlich zum Anpfiff der Rückrunde wird es dazu am 4. März im Wiener Institut für Dialog und Zusammenarbeit (VIDC, Möllwaldplatz 5/3, 1040 Wien, 3.Stock) um 19 Uhr einen großen Dachverbands-Abend geben. Alle Interessent_innen, Fans der Blau-Gelben und motivierte Anhänger_innen sind herzlichst willkommen. Aufgrund der Organisation bitten wir aber um eine Anmeldung mindestens eine Woche vor dem Termin. Für Essen und Trinken ist gesorgt, alkoholische Getränke bitte selbst mitbringen.

Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte:
- Resumeé der gesamten Treffen
- Ziele, Wünsche, Notwendigkeit des Vereins
- Vorstellung der Statuten sowie Einreichung bei der Vereinsbehörde
- Vorstellung des vorläufigen Vorstandes
- Vorstellung Mitgliedersystem (Input durch die Koordination Fanarbeit Österreich – pro supporters)
- Terminierung der Generalversammlung
- Vorbereitung der Generalversammlung
- Zukünftige Schritte (timeline-Präsentation)

Soweit die wichtigsten Infos und News für den Start unseres Dachverbandes!
Auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und hoffentlich eine positive Zukunft

First Vienna Football Club 1894 Supporters“